Aktuelle Kurzmeldungen aus dem CORREO DEL VALLE

3.11.2017
 

Der alte Tunnel wird renoviert

Seit es den neuen Tunnel gibt, wird der obere, in den 1970er Jahren gebaute, nur noch „alter Tunnel“ genannt. So sieht er auch aus. Nun wurden 2,4 Millionen Euro locker gemacht, um seinen Zustand zu verbessern, schließlich durchqueren ihn täglich bis zu 5000 Fahrzeuge. Schätzungsweise ein halbes Jahr lang werden die umfangreichen Verbesserungsarbeiten dauern und während dieser Zeit der neue Tunnel für beide Fahrtrichtungen freigegeben.

Abwasser für die Landwirtschaft

Die anhaltende, extreme Trockenheit veranlasst die Verwaltung in Tazacorte, nach Alternativen für die Wasserversorgung der Plantagen zu suchen. Ernsthaft wird hierbei über die Nutzung der Abwässer aus der Kläranlage in Puerto de Tazacorte nachgedacht. Ein zusätzliches Filtersystem müsste hierfür eingesetzt werden, die das Wasser nutzbar machen könnte. Studiert werden gerade Möglichkeiten der Finanzierung dieses Projektes sowie der Einspeisung dieses Wassers in das bestehende Bewässerungsnetz.

Mercadona flirtet mit dem Westen

Kaum mit den Bauarbeiten unterhalb des Lidl in La Grama begonnen sucht der Supermarktriese Mercadona nach einem weiteren Standort. Favorit ist die ehemalige Tabakfabrik JTI in El Paso, aber auch in Los Llanos wird nach einem strategisch günstigen Ort gesucht. Mercadona entstand erst 1977 aus einem Fleischerei-Familienbetrieb in Valencia und war 1982 die erste Firma in Spanien, die mit Warenscannern arbeitete. 

Pilzveranstaltungen

Dank des Einsatzes unserer berühmten Mykologin Rose Marie Dähncke sowie der Sociedad Micológica de La Palma finden auch dieses Jahr interessante Veranstaltungen statt. Erste Pilzausstellungen sind am 11. November in Los Llanos (Casa de la Cultura) und am 9. Dezember in Puntallana (Wochenmarkt), jeweils ab 11 Uhr. Höhepunkt ist die große Pilzausstellung im Garten der Casa Roja in Mazo, dem Sitz des Pilzvereins (25. November, 11 Uhr), bei dem Mykologen von anderen Kanarischen Inseln und aus Deutschland zu Gast sein werden.

 
 
6.10.2017

 

100 neue Parkplätze in Triana

Den konstanten Parkplatzabbau in manchen Zonen der Innenstadt über die vergangenen Jahre versucht die Gemeinde Los Llanos nun dahingehend zu korrigieren, dass sie nach alternativen Parkplatzflächen in Zentrumsnähe sucht und zum Gratisparken anbietet. Nach Retamar und La Carrilla stehen neuerdings in der Calle Pedro Miguel Hernández Camacho – besser als recta de Triana bekannt –, 100 neue Parkplätze zur Verfügung, circa drei Gehminuten von der Plaza entfernt.

 

Ein bisschen mehr Windkraftenergie

Die spärlich vorhandenen Windräder sollen bescheidenen Zuwachs bekommen: neben den vier bestehenden Windkraftwerken in Juan Adalid (Garafía), Manchas Blancas (Mazo), Las Cabras (Fuencaliente) und am Flughafen steht die Aufstellung von zwei weiteren Generatoren vor der Genehmigung: an der Salvatierra in Garafía und der Montaña del Viento in Fuencaliente.

 

Immer frisches Wasser am Charco Azul

Die bekannten Naturschwimmbecken am Charco Azul in San Andrés y Sauces füllen sich auf natürliche Art bei Flut und hohem Wellengang. Während stärkerer Ebbeperioden oder bei geringem Seegang war das Wasser jedoch schnell abgestanden. Damit es in Zukunft auch in solchen Phasen sauber und frisch bleibt, ist ein innovatives Filter- und Pumpsystem installiert worden, das ein konstant frisches und kristallklares Wasser garantiert. 


 

NEUES AUS DER HAUPTSTADT // Stefan Kaufmann //
Manchmal ist die Fassade nur Fassade – und verbirgt Königliches

Was sich hinter Mauern und Fassaden verbirgt

Es zeigt sich oft nur beim zweiten oder dritten Hinsehen und auch nur dem, dessen neugieriger Blick frei von Hab und Gier ist, oder dem, der einfach mit der Tür ins Haus fällt: das Leben und Wirken hinter der Fassade. In ihrer Bedeutung sind sie oft großmäulig, zuweilen aber auch bescheiden und demütig. Dies zeigt sich bei einem Bummel durch die vielleicht schönste Fassaden-Stadt von allen. Die Balkonhäuser an der Ufermeile, die Herrenhäuser an der Peripherie oder die wuchtigen Handelshäuser in der Altstadt – allen ist die Fassade und mit ihr ein manchmal vielsagendes Gesicht gemein. Als Beispiel dient uns heute eine Fassade, hinter der in Reichweite der Kirche die Königliche Kosmologische Gesellschaft residiert und wie ein Mauerblümchen hinter denen der Bummelmeile im Schatten des Unscheinbaren steht.

Hier verbirgt sich die im Jahre 1881 gegründete Kulturgesellschaft Real Sociedad Cosmológica, die auf dem gesamten Kanarischen Archipel ein hohes Ansehen genießt. Das zeigt auch schon die Fassade und vermittelt dem Besucher schlicht und ergreifend den Reichtum an Wissen und Kultur. Das hat auch Programm: Ihre Funktion als Übermittler und Anbieter verschiedenster Geistesströmungen zunächst des 19. Jahrhunderts mit Entwicklungen des Positivismus und Darwinismus machte sie bis heute zu einer bedeutenden Institution in den unterschiedlichen Gesellschaften der kanarischen Städte und Ortschaften. Hat man sich an der Fassade schließlich entlang gehangelt, erkennt man in zunächst unerreichbar erscheinenden Ferne die Eingangstür: Sie befindet sich an der mächtigen Hauptfassade des Gebäudes und ist über eine im imperialistischen Stil gehaltene Treppe erreichbar, die in den 1980er Jahren neu gestaltet wurde. Kaum über die Schwelle getreten, erschließt sich dem Besucher die eigentliche Hauptaufgabe der Gesellschaft, die bereits im Gründungsjahr buchstäblich in Stein gemeißelt worden war: das Einrichten eines Museums für Geschichte und Völkerkunde und deren Forschung. Darüber hinaus konzentriert sich die Kulturgesellschaft auch heute noch auf die Themenbereiche Flora & Fauna der Kanaren sowie auf das Hab und Gut der Ureinwohner der Insel, den Benahoares.

Der Fundus des Museums wurde 1983 in die Archive der Inselregierung übergeben, wo er sich noch heute befindet. Aktuell besteht der Service der Gesellschaft hauptsächlich darin, die üblichen Aufgaben einer öffentlichen Bibliothek wahrzunehmen und darüber hinaus als Archiv zu fungieren. Die Einrichtung der Bibliothek Cervantes wurde bereits im Jahre 1909 vorgenommen und nahm sich den berühmten spanischen Autor Miguel de Cervantes als Namensgeber. Der Bibliotheksfundus verfügt über 25.000 Bände und verwahrt einen wertvollen Bestand an klerikaler Literatur, der aus den Archiven der Klöster aus La Palma stammt. Das gesamte öffentliche Pressearchiv der Insel La Palma, dessen früheste Einträge auf das Jahr 1863 datieren, wird ebenfalls in den Räumlichkeiten der jahrhundertealten Kulturgesellschaft archiviert.

Ein Besuch lohnt sich immer, zumal beim genaueren Hinsehen die Spuren der Stadtgeschichte auszumachen sind und eine Sammlung (bemalter) Wappenschilder aus den Beständen alteingesessener Familien der Stadt zu finden sind, die damit ihre Hausfassaden dekorierten. In diesem Kontext sind in dieser Sammlung auch Wappenschilder der ehemaligen Festungen und Stadteingänge zu finden, die ehemals die Stadt gegen die Überfälle jener Zeit schützten. Als herausragendes Museumsstück ist die elegante barocke Empore der Familie Arce y Rojas aus dem 17. Jahrhundert zu sehen, die mit aufwendigen Schnitzarbeiten versehen ist. Sie befindet sich im Aufgang zum zweiten Stock des Gebäudes, wo auch die erste Holzpresse der Insel aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt ist.

 

NEUES AUS DER HAUPTSTADT // Stefan Kaufmann //
Eine kleine enge Straße und ihre Bedeutung für das Ganze

Straßennamen mit Geschichte

Es gibt viele Straßen in der Hauptstadt, an denen es sich lohnt entlang zu spazieren. Nicht nur der Häuserzeilen, der Balkone oder der günstigen Verbindung von A nach B wegen, sondern auch, um sich mal die Straßennamen anzusehen und aus reinem Vergnügen oder Sportlichkeit Vermutungen darüber anzustellen, was der Name wohl für eine Bedeutung hinsichtlich der Stadtgeschichte gehabt haben könnte bzw. immer noch spielt. Namen wie Calle Virgen de La Luz, Anselmo Pérez Brito, Díaz Pimenta oder Calle Doctor Santos Abreu klingen nicht nur so, sondern sie sind es: Meilensteine der Stadtgeschichte. 
Nehmen wir einmal an dieser Stelle den Namen der Straße Calle Baltasar Martín, die von der Verlängerung der Bummelmeile O’Daly, die Anselmo Pérez Brito, links abgeht und an historisch kaum zu überbietender Architektur vorbei führt. Der Namensgeber jener Straße prägte die Stadt zu einer Zeit, als hier vieles noch drunter und drüber ging sowie niemand so recht sicher sein konnte, nach einem Zechen in der Spelunke nicht am anderen Tag verkatert auf hoher See unter Piratenflagge aufzuwachen. Dabei wurde Baltasar Martín gar nicht mal als Sohn der Stadt innerhalb ihrer Grenzen geboren, sondern erblickte das Licht der Welt um 1520 herum in der Gemeinde Garafía, genauer in Juan Adalid. Seine Unsterblichkeit erlangte er jedoch am 21. Juli 1553 hier in Santa Cruz. Es war der Tag, an dem sich alles für ihn ändern sollte. An jenem Sommertag überfiel der namhafte Pirat François Le Clerk mit seiner Flotte die Stadt. Die Bewohner hatten dem Piraten jedoch nichts entgegenzusetzen und flohen die Berge hinauf. Doch als Señor Martín das mit ansah, sprach er ihnen zu, machte ihnen Mut und gab ihnen Waffen. Die Piraten staunten nicht schlecht, als Baltasar mit den Bewohnern zurück in die Stadt ging und sich den Piraten offen im Kampf stellte. Es dauerte elf Tage, da waren die Piraten besiegt und die Stadt gerettet. Die Legende erzählt weiterhin, das Balatasar Martín daraufhin als frommer Mensch ins Hauptstadt-Kloster San Francisco ging, um der Heiligen Jungfrau für ihre Unterstützung zu danken, darin jedoch den Tod fand, als ihn ein Franziskaner Mönch mit einem Piraten verwechselte und ihn mit einem Stein so schwer verletzte, dass er schließlich den Verletzungen am 1. August 1553 erlag. Die Ironie will es, dass seine Gebeine eben da begraben wurden und er heute als Held und Märtyrer in den Geschichtsbüchern und auf dem Straßenschild verewigt wurde.