Badestrand in Puerto Naos

Bananen aus La Palma

Die Briten führten als erste 1896 im Tal von Los Sauces den Anbau von Bananen auf La Palma ein. Mittlerweile sind auf etwa 3.000 Hektar immer noch über 100.000 t Bananen pro Jahr produziert. Fast jede nutzbare Fläche unterhalb von 400, 300 Metern bis hin zur Küste wird für Bananenplantagen genutzt. Kleine Fincas mit weniger als 5.000 qm Fläche treten dabei neben die großen Plantagenfelder rund um Tazacorte, Los Llanos, San Andres y Sauces und Puerto Naos.

Wachstum der Banane und Erntezeit

Jede Bananenpflanze hat ihre eigenen Blütezeit, Ernte ist demnach auch das ganze Jahr über. Aus einer Blüte entstehen in 6 Monaten bis zu 50 kg schwere, mannshohe Fruchtstände mit 150 bis 300 Einzelfrüchten. Die Stauden werden als Ganzes grün gepflückt und häufig zuerst am Straßenrand gelagert, bevor sie abtransportiert, auf der Packstation in "Hände" sortiert, gewaschen, nochmals chemisch behandelt und verpackt werden. Nach etwa 10 Jahren ist ein Bananen-Wurzelstock ausgelaugt und muss durch einen neuen ausgetauscht werden.

Teure Herstellung

Exportiert werden die kleinen schmackhaften Bananen vom Typ "Dwarf Cavendish" neben dem spanischen Festland auch nach Italien und Frankreich. In der Herstellung ist die palmerische Banane teurer als ihre karibischen Schwestern: etwa 1 € pro geerntetem Kilo Früchte kostet sie. Ein Drittel der Kosten geht für die (in der feuchteren Karibik nicht notwendige) Bewässerung drauf, und die Lohnkosten sind auch höher als in Mittelamerika. Auf den engen Terrassen kann kein schweres Gerät eingesetzt werden, daher ist die Bananenwirtschaft arbeitsintensiv und auf (teurere) kleine Maschinen angewiesen.

Keine Schönheit

Windschutzmauern, Plastikplanen, Bewässerungs- becken und oberirdische Wasserrohre schmeicheln nicht gerade dem Auge des Erholung suchenden Touristen. Doch gilt der Bananenanbau auf La Palma neben dem Tourismus noch immer als der einzig profitable Wirtschaftszweig. Bei aller Kritik vor allem von Seiten von Ästheten und Umweltschützern, wird daher immer noch am Bananenanbau festgehalten.

Bananenwirtschaft belastet die Böden

Ein Kritikpunkt ist, dass die Böden durch die Monokultur ausgelaugt und mit Kunstdünger behandelt werden müssen. Ein weiterer ist die Überlastung des Wasserhaushalts auf La Palma: 1.000 Liter Wasser werden für 1 kg Bananen bis zur Ernte benötigt.

Gifte beim Bananenanbau

Viele Plantagenarbeiter klagen über gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die eingesetzten Pestizide. Statt des Petroleums mit Seife aus früheren Tagen wird heute mit chlorierten Kohlenwasserstoffen und organischen Phosphorverbindungen gearbeitet. Gegen Pilzbefall im Boden werden synthetische Fungizide, gegen Würmer Chlorphosphorverbindungen eingesetzt. Dieser Giftcocktail hinterlässt Böden ohne Leben und trifft auch Eidechsen, die unter Artenschutz stehen.

Alternative Anbaumethoden

Forscher der Universität La Laguna (Teneriffa) haben Mittel auf Pflanzenbasis und "biologische" Pflanzenschutzmethoden (Zucht natürlicher Feinde von Pflanzenschädlingen) entwickelt. Ausländische, darunter viele deutsche Biobauern setzen seit geraumer Zeit auf biologische Anbaumethoden: Ungefähr 500 Hektar werden derzeit auf den Kanarischen Inseln biologisch bewirtschaftet. Die Produktbezeichnungen "biologisch angebaut" oder "alternativ hergestellt" sind gesetzlich geschützt.